Die Geschichte des Tornados
Die Formel-1 auf dem Wasser
Als eine der spektakulärsten Bootsklassen im olympischen Programm hat der Tornado einen technologischen und qualitativen Standard erreicht, an den andere Katamarane in dieser Größenordnung kaum heranreichen.
Modernste Kunststofftechnik und -Verarbeitung ermöglichen eine Konstruktion, die seit vielen Jahren härtesten Anforderungen beim Segeln und bei Regatten standhält.
Das ist sicherlich auch ein Grund, warum dieser "High-End-Katamaran" seit 1976 den olympischen Status hat. Mittlerweile hat sich die Klasse zu einer strikten Einheitsklasse entwickelt. 90 Prozent der Crews segeln mit identischem Material, das ausgereift und einfach zu bedienen ist.
Die größten deutschen Tornado-Flotten sind an süddeutschen Seen und norddeutschen Küsten zu finden. Über 250 Segler sind in der deutschen Klassenvereinigung (DTK) Mitglieder.
Außerdem wird der Tornado in ca. 40 weiteren Nationen gesegelt und hat somit auch weltweit viele Freunde. Mit dabei sind viele gemischte Crews, die an einem großen Regattaprogramm teilnehmen können. Dazu gehören nicht nur Welt-, Europa- und nationale Meisterschaften, sondern auch die ISAF-World-Cup-Series, die Eurolymp-Regatten sowie zahlreiche nationale Ranglistenregatten. In Europa kann man praktisch jedes Wochenende mit einem Tornado an Wettfahrten teilnehmen.
Technisches:
Der Tornado gehört zu den Katamaranen der B-Division. Länge (6,10 m), Breite (3,05 m) und Segelfläche (21,84 qm: altes Rigg / 23,8 qm: neues Rigg) des Tornados entsprechen genau den Maximalabmessungen der B-Division.
Im übrigen ist der Tornado ein absolutes Einheitsboot, bei dem sämtliche Maße vorgeschrieben sind. So hat der Mast eine Höhe von 9,80 m (ab Wasserlinie) und das segelfertige Gewicht beträgt 165 kg.
Das Vermessungsgewicht (ohne Rigg und Segel) ist min. 130 kg und max. 145 kg. Der Tiefgang des Rumpfes ist min. 0,17 m und mit Schwert 0,76 m.
Der Tornado ist der schnellste, serienmäßige Einheitskatamaran der Welt. Enorme Steifigkeit und Parallelität der Rümpfe ist Voraussetzung für die erreichbaren Geschwindigkeiten von über 30 kn.
Moderne Tornados erlangen diese Steifigkeit durch innovative Konstruktion und Fertigung, die da sind:
- Epoxi-/Wabenbauweise
- Prepeg'-Fertigung, d.h. "backen" im Aautoklav, in der Rümpfe, Schwerter und Ruder in speziellen Unterdruckformen gehärtet werden, (Kombination aus Vakuum und Druck).
- Diese Art der Konstruktion und Fertigung macht den modernen Tornado gegenüber allen anderen Sandwich-Konstruktionen so überlegen (einschließlich Preis und Lebensdauer).
Geschichte
Der Tornado wurde im Herbst 1966 von Rodney March gezeichnet und von Terry Pearce und Reg White gebaut. Die IYRU (heute ISAF) hatte zu Auswahlrennen vor Sheppey/England für 1967 eingeladen. Der Tornado gewann sechs der acht für Neuerscheinungen ausgeschriebenen Wettfahrten. Seine gelungene Form der beiden symmetrisch rundspantigen Schwimmer soll einfach durch Hochbiegen von 4,5 mm Sperrholz entstanden sein.
Im April 1968 gewann der Tornado mit Reg White die Weltmeisterschaft der B-Division in Australien. Einen Monat später ernannte ihn die IYRU (heute ISAF) zur internationalen Klasse. Die erste Tornado-WM fand in jenem Jahr in Kiel statt.
Am 10. November 1972 wurde der Tornado in den "Olympischen Status" erhoben. Damals segelten ca. 1000 Tornados in 26 Ländern der Erde. Heute (im Frühjahr 2004) sind es über 5000 Tornados in 50 Ländern.
Seit dem 1. März 2001 wird der Tornado mit dem neuen, olympischen Rigg gesegelt! Das sieht folgendermaßen aus: Doppeltrapez (für Vorschoter und Steuermann), Square-Top-Großsegel (ca. 2 qm mehr), schmalere und längere (nach unten) Fock (bei gleicher Größe) und asymmetrischem Spinacker (sog. Gennaker mit 25 qm).
Details gibt es beim Vorstand, bzw. im aktuellen "Fly Tornado".
Werften
Heute gibt es nur eine namhafte Tornadowerft weltweit (97%), es ist die Firma Sailcenter of Sweden, die hochfeste, moderne Tornados in Epoxi-Wabe mit Karbon-Teilen herstellt.. Der Besitzer und Tornadosegler (Bronzemedaille von den olympischen Spielen 1980 vor Tallin) Göran Marström (Schwiegersohn von Poul Elvström) baut ca. 60 Tornados pro Jahr zu einem Preis von ca. € 18.500 (ohne Segel, ohne Steuer, FOB Schweden). Segel werden gefertigt von Ullman Sails (Iseo/Brescia, Italien) und Landenberger Sailing (Titisee, Deutschland).
Fazit:
Der Tornado ist sicherlich kein Katamaran für Anfänger, sondern mehr ein Boot für Segler, die schon Erfahrungen in anderen Bootsklassen gesammelt haben.
Wer sich für den Tornado entscheidet, wird von einer Gemeinschaft aufgenommen, in der Spitzen- und Freizeitsegler viel Spaß miteinander haben. Auch wenn es in dieser Klasse um olympische Medaillen geht, ist die Atmosphäre unter den Seglern locker.
Tornado-Segeln bringt einfach Spaß.
Wer noch mehr über den Tornado wissen möchte, kann sich an den Vorsitzenden der Deutschen Tornado Klassenvereinigungen oder die Commodores wenden oder schreibt ein Mail über das Kontaktforumlar.

